Sonntag, 9. November 2008

By the way - Australian Slang

Hier ein paar australische Begriffe, die ab und zu zu Verständnisproblemen geführt haben. Für "eggplant" und "capsicum" hab ich erst eine ganze Weile gebraucht um rauszufinden, was die Begriffe eigentlich bedeuten und dann noch eine ganze Weile sie im Kopf zu behalten. Am Ende meines Australienaufenhaltes konnte ich dann sogar einen Engländer verwirren in dem ich die Wörter "goon" und "esky" in einem Satz verwendet habe. Er starrte mich mit großen Augen an und fragte dann kleinlaut, was denn die beiden Wörter bedeuten würden ;o)

Australian Slang

Aussie - Australian
barbie - barbecue
billabong - a water hole
billy - teapot
bloke - man, guy
bloody - very
brekkie - breakfast
Brizzie - Brisbane, state capital of Queensland
bush tucker - bush food, Australian native food plants
BYO - unlicensed restaurant where you have to Bring Your Own alcoholic drinks, also at private parties or barbecues
capsicum - bell pepper
coffee: flat white - espresso with milk (Milchkaffee), short black - espresso, long black - espresso diluted with water, similar to an Americano in the U.S.
cozzie - swimming costume
downunder - Australia and New Zealand
eggplant - aubergine
esky - transportable icebox
fair enough - expression, when the other person did a good deal or when you want to agree
G'Day - hello!
goon - cheap box wine, packaged as a "bag-in-a-box"
heaps - a lot of
Hungry Jack’s - Burger King
joey - baby kangaroo
Kiwi - person from New Zealand
mate - good friend or used as a greeting
mozzie - mosquito
No worries! - Expression of forgiveness or reassurance (No problem; forget about it; I can do it; Yes, I'll do)
outback - interior of Australia
petrol - gas
lollies - sweets, candy
Oz - Australia
salty - saltwater crocodile
sheila - a woman
sickie - a day off work due to illness
stubby - small beer bottle
stubby holder - polystyrene insulated holder for a stubby
swag - rolled up bedding etc. for sleeping outside without a tent – best Australian invention
ta - thanks
tomato sauce - ketchup
too easy - expression, when something was quite easy to organize
vedgies - vegetables
you are a star/legend - expression when somebody did a really good job



Sonntag, 12. Oktober 2008

Melbourne - Zwischen den Wochenenden

Am Sonntag fühlte ich mich schon leicht erkältet, aber an diesem Morgen fühlte ich mich noch schlapper. Aber das Wetter war recht schön und ich wollte ja was von Melbourne sehen und so bin in die Stadt. Der Weg dort hin war immer ein bisschen lang und zäh. Ich musste recht weit laufen bis zum Bahnhof, umsteigen und so brauchte ich immer ca. ne Stunde in die Stadt und zurück. Ich bin ein wenig in der Stadt rum gelaufen, habe Graffitis fotografiert, bin in den Botanischen Garten, wie in jeder Stadt und bin zum Shrine of Remembrance, wenn ich schon den in Canberra nicht gesehen hatte. Wieder so ein riesiges Denkmal für die Opfer des ersten Weltkrieges. Abends war ich alleine daheim, Sascha war über Nacht in Brisbane und Christina war in der Schule, da sie eine Ausbildung zur Fashiondesign neben ihrem Job machte. Gegen 22 Uhr kam sie dann auch zurück und wir haben noch ein wenig gequatscht.






Mir ging es die ganze Woche über nicht so gut, jeden Morgen dachte ich von neuem, dass ich von einem LKW überfahren worden wäre. Aber tagsüber konnte ich ja in dem Haus alles machen was ich wollte. Ich konnte ins Internet meine Emails checken, fern schauen und nicht nur die üblichen 5 Sender sondern Foxtel (Australischen Pay-TV), mir was zum Essen machen und ich hatte auch einen eigenen Schlüssel, so war ich unabhängig. Ich musste ja auch langsam überlegen, was ich nach den 9 Tagen in Melbourne mache und wie ich über die Great Ocean Road nach Adelaide komme. Auf Gumtree fand ich dann eine Anzeige eines Holländers, der sich ein Auto ausleihen wollte und von Melbourne nach Adelaide fahren wollte und den kontaktierte ich.
Da es mir nicht so gut ging, bin ich nur ein bisschen ans Meer raus gelaufen und durch die angrenzende Wohnsiedlung zurück. Die Häuser dort haben mir sehr gefallen, sie sind zwar ein bißchen kitschig, aber mir gefallen die Farben und die Formen, teilweise sind sie modern, teilweise auch etwas altertümlich, aber sie alle wirken auf mich so gemütlich.
Abends hab ich dann mit Christina zusammen eingekauft. Es gab Taccos und die wurden von uns drei gemütlich auf dem Sofa vor dem Fernseher verspeist. Es kam Laudette to Lady, wo irgendwelch manierfreien englischen Partygirls zu Ladys umgetrimmt werden und Ramsey's kitchen nightmare, wo Gordon Ramsey irgendwelche maroden Restaurants wieder auf Zack bringt. Läuft auch irgendwo im deutschen TV, aber ganz schlecht synchronisiert.








Mittwoch kam ein verspätetes, aber auch das einzige postalische Geburtstagsgeschenk aus Deutschland von Kim an mit Milkaschokolade, Harribos und das Hörbuch zu Russendisko von Wladimir Kaminer. Da sich mittlerweile schon eine rege Emailkorrespondenz mit Rutger, dem Holländer, entwickelt hatte und schon konkretere Pläne im Gespräch waren, hatte ich die Chance, dass ich das Hörbuch vielleicht dann auf der Fahrt im Auto hören zu können. Unsere Pläne sahen wie folgt aus: Rutger wollte am Montag, 21.4.2008 losfahren und am 25. in Adelaide ankommen. Und da ich noch unbedingt auf Phillip Island mir noch die Pinguine anschauen wollte (Christina und Sascha hatten sie schon gesehen), wollten wir uns Sonntagnachmittag treffen, das Auto abholen und zur Insel fahren. An diesem Tag machte ich mich jedoch nach St. Kilda auf, einem bekannten Strandvorort von Melbourne, der recht schön sein sollte. Das Wetter war herrlich und so hatte ich eine schöne Sicht auf die Melbourner Skyline mit kleinen Yachten im Vordergrund und schlenderte gemütlich durch die niedlichen Gässchen von St. Kilda. Hier gab es Konfisserielädchen eins neben dem anderen und in jedem Schaufenster etwas noch Leckereres und noch Klebrigeres. Zuhause war ich an diesem Tag allein mit Sascha, da Christina wieder Schule hatte. Wie jeden Abend hat er was gekocht und wir haben zusammen fern geschaut.










Am Donnerstag ging es mir erkältungstechnisch noch schlechter und das Wetter war auch nicht mehr so schön. Also bin ich daheim geblieben und hab ein bisschen Schreibarbeit für die FH und das Praktikum erledigt und im Fernsehen Tristan und Isolde angeschaut. Den hatte ich in Deutschland schon mal in der Sneak gesehen, aber diesmal hat er mir viel besser gefallen. Echt ein schöner Film. Abends gabs leckere Salbei Ravioli.

Am Wochenende war geplant, dass Elisa aus Sydney kommt. Allerdings hatte sie für Freitag einen Tagesausflug gebucht, der das Schwimmen und Tauchen mit Seehunden einschloss. Donnerstagabend erhilt ich dann aber von ihr eine Nachricht, dass aufgrund zu starken Windes der Ausflug abgesagt wurde und somit verabredeten wir uns für den nächsten Tag in der Stadt.

In Melbourne und Umgebung war wie fast immer in Australien wieder so ein Riesenangebot an Aktivitäten, Sehenswürdigkeiten, Ausflügen und, und, und, so dass man kaum den Überblick behalten, geschweige denn eine einfache Entscheidungen treffen konnte (Bootstour über dem Yarra River, Goldgräberstadt, Mornington Peninsula, ...). Aber schlussendlich entschied ich mich nur für die Pinguintour am Sonntag, da ich immer noch nicht alles von der Stadt gesehen hatte und die anderen Sachen auch einfach zu sehr meinen Geldbeutel belastet hätten.

Montag, 6. Oktober 2008

Melbourne - Erstes Wochenende

Nach einer herrlichen Nacht im Gästezimmer ging es mit Christina und Sascha auch schon los zu ihrem Samstagmorgenritual. Das war nämlich gemütliches Frühstücken im Stadtteil Williamstown, wo die beiden auch wohnten. Aber es war kein gewöhnliches Frühstück, zumindest nicht so wie wir Deutschen uns das vorstellen, nein, die beiden bevorzugten Eggs Benedict und das musste ich natürlich auch probieren. Ich kannte dieses Gericht noch nicht und hatte es auch noch nicht wirklich in Sydney wahrgenommen, aber wenn man die Augen aufmacht, ist es doch auf vielen Speisekarten vorhanden. Eggs Benedict sind pochierte Eier mit Schinken auf einem Toast oder englischen Muffin und einer Sauce Hollandaise obendrauf. Sehr gehaltvoll, aber auch sehr lecker. Nach dem tollen Tageseinstieg sind Christina und ich in die Stadt gefahren und sie hat mir ein wenig die Stadt gezeigt und zum Mittag gabs ne Pizza auf die Hand. Noch in Sydney hat sich im Gespräch mit Niamph (meine ehem. irische Mitbewohnerin aus der WG) rausgestellt, dass sie zufälligerweise auch an diesem Wochenende in Melbourne sein wird und wir uns ja vielleicht auf nen Kaffee dort treffen könnten. Aber es kam alles anders. Zu dem Zeitpunkt fand in Melbourne das Melbourne Comedy Festival statt und sie wollte sich eine Show eines irischen Comedian anschauen. Als ich mit Christina in der Stadt unterwegs war, rief Niamph an und verkündete, dass ihre Begleitung für den Abend ausfallen würde und ob ich Lust hätte, sie zu der Show zu begleiten. Ich bräuchte ihr auch nichts zahlen, dass wär dann ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk. Trotz meiner Bedenken, dass ich vielleicht nicht viel von Show verstehen würde freute ich mich über diesen Zufall wie ein Schneekönig, denn Christina hatte mir am Abend zuvor leider schon eröffnet, dass sie Samstagabend mit einem Kunden von Sascha essen gehen müssten. Deshalb sind wir auch zeitig so gegen halb 5 zurück nach Williamstwon. Aber so war ja alles geritzt und es kam noch besser. Christina und Sascha konnten mich mitnehmen und setzten mich auf dem Weg zum Kunden in der Stadt ab. Um 6 hab ich mit Niamph getroffen und wir sind dann noch ein bisschen durch die Stadt gelaufen. Da wir noch einige Zeit hatten bis es los ging, haben wir uns entschieden noch richtig schön in Chinatown essen zu gehen, es uns gut gehen zu lassen und den netten Abend somit etwas zu feiern. Wir bestellten Nasi Goreng, eine Flasche Rotwein und haben uns eine gebackene Banane zum Nachtisch geteilt. Für Niamph war es was noch was ganz Besonderes, mich nicht in der gewohnten Umgebung zu treffen. Die Vorstellung begann um 21:30. Der Comedian hieß Jason Byrne und Niamph erwähnte einige Male, das wir ja nicht zu spät kommen dürften. Als die Show dann losging, wusste ich warum: Jeder der zu spät kam, bekam sein Fett ab und wurde aufs Korn genommen. Der Einbezug des Publikums war fester Bestandteil seiner Show und zog sich durch das ganze Programm durch. Darüber hinaus machte er sich lustig über die Unterschiede zwischen dem British und Australian English und generell war natürlich auch sein irischer Dialekt ein ständiger Gag. Für mich als nicht Muttersprachler war es schon witzig, wie er "fucking" aussprach, was er in jedem zweiten Satz verwendete. Das "u" sprach er nicht als a sondern als u aus. Wie gesagt, ich fand allein das schon witzig ;o) Ich hab das Programm wirklich genossen, es war witzig, ich habe überraschender Weise viel verstanden und somit viel gelacht. Glücklicherweise fuhren Christina und Sascha auch zu genau der richtigen Zeit wieder zurück, konnten mich somit aufsammeln und ich kam nochmals um die umständliche Zugfahrt herum.
Alles in allem war das echt ein gelungener Abend, den wir beide sehr genossen haben.

Am nächsten Tag begann der Tag auch wieder sehr entspannt mit einem tollen Frühstück, diesmal aber etwas gewöhnlicher am Esstisch bei den beiden daheim. Danach lief Christina mit mir ans Meer, das nur ungefähr 500 Meter auf der anderen Straßenseite entfernt war. Sie ging joggen, ich spazieren und sie sammelte mich auf dem Rückweg wieder ein. Hier habe ich zum ersten Mal in meinem Leben schwarze Schwäne gesehen. Nachmittags stand eine Putzmittelparty von der Ehefrau eines befreundeten Arbeitskollegen an. Es war nett, aber natürlich nicht überaus spannend. Für mich wars einfach nur interessant in einen australischen Haushalt Einblick zu gewinnen und darüber hinaus war es eine nette Geste Christina zu begleiten. Das Wichtigste allerdings, was ich (und auch Christina) an dem Tag von der Gastgeberin gelernt habe war, dass man den Begriff "Ayers Rock" (oder nun auch wieder Uluru - der Steinbrocken in mitten des Outbacks) nicht mit einem "Ei"-Laut am Beginn des Wortes ausspricht sondern mit einem "Ey"-Laut, wie beispielsweise "Air", aber ich glaube das machen fast alle Deutschen falsch.





Als wir wieder heim kamen, hatte Sascha schon lecker gekocht: Pasta mit Ente und danach haben wir gemütlich fern geschaut.

Samstag, 4. Oktober 2008

Meine Reise geht los - erstes Ziel: Canberra

Ich hatte mir ja lang überlegt, wie ich nach Melbourne reise (wo ich dann Christina und ihren Mann besuchte, die ich bei Le Creuset kennen gelernt habe), aber schlussendlich hat der Greyhound Bus das Rennen gemacht, da man hier die Route über Canberra wählen konnte und teuer wars eigentlich auch nicht für die Strecke (knapp 50 $).

Also bin ich Donnerstag (10.4.08) um 6:30 aufgestanden und um 8 Uhr gings dann mit dem Bus Richtung Canberra, der Bus war nicht voll, also war die Fahrt echt angenehm, allerdings ein riesen Unterschied zu dem OZ Experience den ich an der East Coast genutzt hatte. Bei diesem Busunternehmen sind die Busfahrer auch gleichzeitig Unterhalter und Guides, die einem Wissenswertes über die Gegenden oder Städte, durch die man fährt, erzählen, Hostels buchen und eigentlich 24 h für einen da sind, wenn man sie braucht. Die Guides sind recht jung und das Publikum natürlich auch, allerdings hab ich es nicht als Partybus erlebt, so wie es aber oft kommuniziert wird. Der Greyhound ist da wie der alte gesetzte Opa des OZ Experience. Die Busfahrer erklären einem nur das Nötigste, sind nicht unbedingt freundlich bzw. herzlich und die anderen Mitfahrer sind auch etwas seltsam und im Durchschnitt wesentlich älter. Allerdings kann man Glück haben und sie legen eine recht aktuelle DVD ein.



Um zwölf kamen wir dann in Canberra an und ich machte mich auf die Suche nach der Jugendherberge, in der ich mich eingebucht hatte. Dazu muss man ja sagen, dass ich es eigentlich vermeide in Jugendherbergen unterzukommen (mir ist die Mitgliedschaft ein Dorn im Auge und die Leute sind meist auch recht schräg), aber in Canberra gibt es nicht viele Auswahlmöglichkeiten. Um den Weg zu finden stand ich dann mit meinem Lonely Planet an einer Straßenecke und versuchte mich zu orientieren. Da kam sofort ein älterer Herr auf mich zu und fragte, ob er mir helfen könne und hat mir im kleinsten Detail erklärt, wie ich an mein Ziel komme. Da könnte man in Berlin einen ganzen Tag mit ner Karte in der Hand an einer Straßenecke stehen und es würde nichts passieren. An meinem Etappenziel angekommen, wusste ich wieder, warum ich nicht gerne Jugendherbergen nutze. Die Angestellten waren unfreundlich und bei der Frage, ob sie mein Gepäck am nächsten Tag nach dem Auschecken für mich einlagern könnten bekam ich als Antwort, dass es im ersten Stock Spinds gab, die ich nutzen könne... der Preis hat mich dann auch schier umgehauen, ich glaub 8 Dollar für vier Stunden oder so. Dafür waren die Zimmer echt riesig, die Betten super und man hatte eine eigene Bettlampe zum Lesen. Das fehlt in den meisten Hostels. Entweder man stört die anderen, indem man das Licht anmacht, oder man muss raus zum Lesen, was natürlich auch irgendwie doof ist.

Da ich schon eine super Erfahrung mit einer free guided Tour in Botanischen Garten in Sydney gemacht hatte, wollte ich auch an der in Canberra teilnehmen, die ich im Netz entdeckt hatte und machte mich dafür auf den Weg zum Bus, da die Tour um 14 Uhr statt finden sollte. Allerdings war das nicht wirklich einfach, da sogar die Busfahrerin irgendwie Probleme hatte mir die richtige Bushaltestelle zu nennen. Zu ihrer Verteidigung muss ich sagen, dass ja alle Australier immer sehr freundlich sind und immer ihr bestmöglichsten geben einem zu helfen. Sie hat mich dann irgendwo in der Pampa rausgelassen, dort war keine Bushaltestelle und meinte ich müsse nur da schräg übers Feld laufen und wäre schon da.... Jo, so einfach und so nah war es dann doch nicht und ich dachte schon, ich verpasse die Tour. Aber irgendwie hab ich es dann doch noch geschafft und bin grad so Punkt 14 Uhr vor dem Visitorcentre eingetrudelt. Ich hatte eine kleine Gruppe von Leuten erwartet, die darauf warten, dass es los ging und schon wieder dachte ich, Mist, die sind schon los... Doch dann kam ein etwas älterer Herr mit einer jungen Frau aus dem Center und es stellte sich heraus, dass er der Guide ist und sie meine Gruppe ;o). Da es so schien, dass es keine weiteren Interessenten gab, sind wir also zu dritt los. Die Tour war wieder sehr informativ und wir haben viel über die Australische Fauna und auch einiges über die Vögel und Tiere, die darin leben, gelernt. Unter anderem haben wir viele Banksia-Arten gesehen, die wirklich sehr schöne Blüten und auch Samenstände ausbilden, sehr typisch für die Australische Fauna sind und in ca. 70 verschiedenen Formen vorkommen. Eine witzige Pflanze ist die Bottlebrush, die Blüte sieht wirklich aus wie eine Flaschenbürste und gibt es auch in den verschiedensten Farben. Auch sehr schön war der Rainforrest Gully, ein kleiner Regenwaldstreifen und der Eucalyptus Lawn, ein kleines Stück Eukalyptuswald. Mir gefallen Eukalyptuswälder ganz besonders, da die hellen weißgefleckten Stämme und die hellgrünen Blätter ein ganz besonderes Grün erzeugen, was in Australien als das Gumtreegreen bezeichnet wird und mich auch noch eine Weile verfolgen wird. (Eukalyptusbäume und Gumtrees sind das gleiche). (Bilder geklaut von der Webseite des Botanischen Gartens).



Was für mich eigentlich auch recht interessant war, dass der Garten erst vor ca. 60 Jahre angelegt wurde, die Stadt an sich ist ja auch grad mal knapp hundert Jahre alt, schon seltsam für die Hauptstadt eines Landes. Nach der Führung sind Selina und ich noch zusammen ein bisschen durch den Garten spaziert und haben uns ganz nett unterhalten. Sie war mit ihrem Freund in Canberra, der allerdings arbeiten mußte. Sie ist eigentlich Kanadierin, lebt aber schon seit ein paar Jahren etwas südlich von Sydney. Da sie sonst auch niemanden in der Stadt kannte verabredeten wir uns für den nächsten Vormittag für die Besichtigung und die kostenlosen Führungen im alten und neuen Parlament. Ich hatte das für mich schon so geplant, da ich ja bereits um 13:30 wieder in den Bus Richtung Melbourne steigen musste und hab mich sehr darüber gefreut, dass Selina mit mir mitkommen wollte. Ich hatte nur einen Tag in Canberra geplant, da jeder sagte, dass mehr einfach zu viel wäre, aber ich hab es im Nachhinein bereut und hätte noch einen zusätzlichen Tag gut gebrauchen können.

Da das mit dem Bus ja nicht so einfach war und da ich nicht wusste, wo eine Bushaltestelle ist und das Wetter ja echt schön war, beschloss ich, den kompletten Weg zur Jugendherberge am großen Stadtsee entlang zu laufen. Kurz zur Stadt: Canberra ist eine Planhauptstadt und wurde geografisch zwischen den beiden konkurrierenden Städten Melbourne und Sydney als Kompromisslösung künstlich 1908 angelegt. Aber wer sich noch detaillierter dafür interessiert findet ganz gute Infos bei Wiki und hier auch ne Karte, dass man sich das vorstellen kann. Der Parlamentsbereich ist durch den See von der City getrennt und bei den Distanzen kann man sich ganz schön verschätzen (die Jugendherberge war in der City).

Ich war ja im Australischen Herbst in Canberra und was einem da als Europäer besonders auffällt ist, dass es hier sehr viele europäische Bäume gibt, die ihre Blätter verfärben, was es ja in Australien eher weniger gibt. Das war aber von den Stadtdesignern Absicht und diese Bäume stehen natürlich für die englischen Wurzeln der Gründungsherren und der Mehrzahl der Bevölkerung.






Der Weg war ganz schön lang und so kam ich dann recht spät in der Jugendherberge an, hab mir dann nur noch schnell was zu essen besorgt - die City war auch ziemlich ausgestorben - und somit hielt mich dann noch kurz der Fernseher und mein Buch ein paar Seiten wach.

Freitag bin ich dann um sieben aufgestanden, da ich mir vorgenommen hatte, den Weg zum Old Parliament zu laufen um die schöne Aussicht über Stadt von der Brücke aus und die erste Führung um 9:30 mitzunehmen. Danach sind Selina und ich zur Aboriginal Tent Embassy, die sich auf der Wiese genau vor dem alten Parlament befindet. Ich hatte davon schon von Niamph gehört, konnte mir es aber nicht richtig vorstellen. Aber es ist wirklich so, wie der Name sagt, auf der Wiese stehen handelsübliche Zelte, wo Aborigines dauerhaft leben. Niamph meinte schon, man müsse Glück haben auf einen Bewohner dieser Zeltbotschaft zu treffen und wenn man sie antrifft sind sie mal mehr und mal weniger gesprächig. Hm, wir haben einen getroffen und dieser war auch gesprächig und sagte gleich, dass sie hier protestieren würden, weil ihnen immer noch nicht Land ausgehändigt wurde, was aber ihnen aber vertraglich von der australischen Regierung versprochen wurde. Und damit war ich verwirrt.. ich dachte es ist eine Botschaft und nicht ein Protest gegen irgendwelche Missstände. Da ich aber das Thema einfach zu heikel befand und mich auch viel zu wenig damit auskenne, hab ich es dabei auch belassen und auch Selina, die auf Englisch vielleicht diplomatischer an die Erörterung dieses Themas herangehen hätte können, hielt sich zurück.



Also machten wir uns auf zum neuen Parlament und zur nächsten Führung um 11 Uhr. Das Gebäude hat mich schon sehr fasziniert, denn die Halle war schon sehr beeindruckend gestaltet. Sie war mit vielen Säulen bestückt, die genau in diesem Gumtreegrün gehalten waren und somit einen für diese Gegend typischen Eukalyptuswald nach empfinden sollten. Die Wände waren geschmückt mit Holzintarsien, die alle einheimische Gewächse, Pflanzen, Blüten oder Samen darstellten. Das war sehr beeindruckend. Hinter der Eingangshalle befindet sich die Great Hall, die auch der Öffentlichkeit zuganglich ist. Hier befindet sich nochmal etwas besonderes. Ein riesen großer Wandteppich, der einem Gemälde nachempfunden wurde, auf dem auch der typische Eykalyptuswald mit einem weißen Kakadu dargestellt ist.

Wie auch im alten Parlament wurden wir auch im Neuen in das Repräsentantenhaus und in den Senat geführt. Die Besonderheit ist hier, dass die beiden Bereiche farblich von einander getrennt sind. Alle Räume des Repräsentantenhaus sind in Grün gehalten und die des Senats in Rot. Das hat die Bedeutung, dass wenn wichtige Entscheidungen getroffen werden, wird dies über spezielle Glocken im ganzen Haus kommuniziert. Allerdings mussten die Beteiligten innerhalb weniger Minuten in der entsprechenden Halle zusammen kommen. Wer zu spät ist, steht vor verschossener Tür und kann seine Stimme nicht abgeben. Deshalb sind überall diese Glocken mit Uhren und Lämpchen versehen, die dann in der entsprechenden Farbe leuchten. Das alte Parlament bedient sich einem ordinären knalligen Rot und einem satten Grün. Im neuen Parlament ist es allerdings schon etwas subtiler. Das Repräsentantenhaus ist in dem bereits erwähnten Gumtreegreen gehalten, was mit einem Mintgrün zu vergleichen ist und der Senat in einem Altrosa, was ich eher als etwas unglücklich gewählt empfinde. Es soll die rote Erde des Outbacks darstellen, wobei ich da noch nicht mal eine Ähnlichkeit entdecken kann. Aber dieses Grün sollte mir auf meiner Reise noch mal begegnen. Nach der Führung sind wir noch aufs Dach des Parlaments von wo man einen tollen Ausblick auf die Stadtanlage hat.






So, und dann musste ich mich aber beeilen, da ich ja um 13:3o wieder am Bus sein musste.

Eigentlich wollte ich mich schon vor der Führung nach einem Bus zurück in die City erkundigen, aber so weit ich noch weiß, hat mich die Dame an der Info auf nach der Führung vertröstet und da ich auch dachte, dass die Busse im 10 Minutentakt fahren würden, machte ich mir vorerst keine Sorgen. Als ich dann allerdings den Bus grad vor meiner Nase wegfahren sah (Selina ist noch im Parlament geblieben) und nun auch wusste dass so schnell keiner mehr fahren würde, brach bei mir ein wenig Panik aus. Okay, dachte ich, dann lauf ich eben schon mal in Richtung Stadt und vielleicht kommt dann noch mal ne Bushaltestelle. Tja, leider hab ich mich dann total verlaufen und war plötzlich in einem Gewirr von Auf- und Abfahrten der Schnellstraßen gefangen. Da war ich der Verzweiflung nahe und mir schwante, dass ich den Bus nach Melbourne nicht mehr bekommen würde (ich musste ja auch noch mein Gepäck aus der Jugendherberge holen). Es gab weit und breit keine Gebäude, freilaufende Menschen oder sonst etwas was mir helfen konnte, geschweige denn die Möglichkeit ein Auto anzuhalten. Plötzlich entdeckte ich in der Pampa ein einziges Gebäude auf der anderen Straßenseite. Also bin ich rüber um zu entdecken, dass de Tür verschlossen war. Wieder nichts... Ich hab an der Tür gerüttelt und plötzlich sah ich jemanden auf die Tür zukommen. Welch eine Erleichterung! Noch total außer Atem hab ich dem Mann erklärt, was mein Problem ist und ich muss sehr verzweifelt ausgesehen haben. Er fragte mich besorgt, ob er mir ein Taxi bestellen soll und ich nickte nur dankbar. Ich hatte noch eine halbe Stunde. Als er zurück war, fragte er, ob ich was zum trinken möchte und ich solle mich doch auf die Bank gleich neben mir setzen. Nun kam auch eine Frau aus dem Gebäude, sie hatte einen Kaffee in der Hand und fragte sehr freundlich was denn los wäre und ich erklärte ihr noch mal alles. Da sah ich auch schon Besorgnis in ihrem Gesicht und sie erkundigte sich noch mal, wann mein Bus denn fahren würde. Darauf hin erklärte sie mir, dass ich das mit dem Taxi nicht schaffen würde, da es bis zu einer halben Stunde dauern könnte bis es kommt. Ich glaub ich war den Tränen nah... Und dann die Rettung: Sie bot mir einen Lift in die Stadt. Sie meinte: "Ach, ich fahr Dich kurz, das Wetter ist so schön und ich hab grad Pause, da kann ich das kurz machen." Und schon saß ich in ihrem Sportwagencabrio. Was ein Glück! Die Fahrt dauerte grad mal zehn Minuten, aber in der kurzen Zeit hatte sie schon viel über sich und Canberra erzählt. Sie hatte einen behinderten Sohn und erklärte mir, dass Canberra sehr behindertenfreundlich ist und somit für sie und ihre Familie perfekt. Sie meinte auch, dass Canberra den schlechten Ruf, den es hat, gar nicht verdient hat (was ich ja auch schon vermutet hatte). Canberra liegt nämlich genau gleich weit von der Küste wie auch von den Snowy Mountains entfernt. In 1,5 Stunden ist man im Sommer am Meer und im Winter in den Bergen. Außerdem sei das Wetter hier sehr oft besser als in Sydney oder Melbourne, was ich ja auch nur bestätigen konnte, nach dem schlechten Wetter in Sydney hat mich ja in Canberra die Sonne erwartet. Sie hat mich dann bis fast zur Jugendherberge gefahren und somit hatte ich noch genügend Zeit mein Gepäck zu holen und zum Busbahnhof zu laufen... Puuuuuhhhhhhhhhhh! Das war echt prenzlig.

Nun standen mir 8 Stunden im Bus bevor. Leider war er diesmal sehr voll und auch meine Nebensitzerin war nicht grad begeistert, dass sie den Sitz nicht für sich alleine hatte. Aber zum Glück war ganz hinten noch ein Doppelsitz frei den ich mir unter den Nagel gerissen habe. Dadurch hatte ich zwar schlechte Sicht auf den Bildschirm bzw. den Film, aber ich konnte mich auch anders beschäftigen. In Melbourne haben Christina und Sascha mich abgeholt. Bei Ihnen zuhause haben wir nur kurz geredet und sind dann alle kaputt ins Bett gefallen, die beiden von ihrer Arbeitswoche und ich von meinem ereignisreichen Tag. Aber für mich war es himmlisch, nach über 6 Monaten zum ersten Mal wieder ein Zimmer für mich alleine und dazu noch mit einem Doppelbett.... herrlich!

Freitag, 3. Oktober 2008

Mein Geburtstag in Sydney

Seit Sonntag war das Wetter ja nicht mehr so berauschend und es sollte immer schlechter werden. Deshalb bin ich am Montag nach einem Steak in meinem Hostel zur National Gallery neben dem Royal Botanic Garden gegangen. War für mich jetzt nicht so berauschend, konnte mit den meisten Kunstwerken nicht so viel anfangen, allerdings gab es auch ein paar Bilder deutscher Künstler, wie Käthe Kollwitz und die haben mich dann dann doch mehr interessiert. Im Hostel wieder angekommen, bin ich auf Michael gestoßen, er ist einen Tag vor mir in das Zimmer gezogen und ist Engländer. Kurzerhand beschlossen wir um die Ecke Billard zu spielen. War ganz nett, allerdings hatte er mir verschwiegen, dass er sowas wie ein Profi im Pool war und so hatte ich nicht wirklich eine Chance. Zusätzlich waren wir über die Anwendung verschiedener Regeln überrascht. Wobei er zugeben musste, dass meine doch um einiges sinniger sind ;o)

Danach bin ich zu Julie, hab meine Wäsche gewaschen und hab meinen Trip nach Canberra am Donnerstag vorbereitet (Hostel und Greyhound Bus gebucht).

An meinem Geburtstag selber war das Wetter sehr schlecht und ich habe es mir gut gehen lassen. Ich habe geschlafen, gelesen, gegessen (eine leckere Suppe in Chinatown), meine Emails gecheckt und am Nachmittag haben sich dann die wichtigsten Leute aus Deutschland gemeldet.

Ich hatte ja schon seit Tagen überlegt, wo ich abends meinen Geburtstag feiern sollte. Nach langem Überlegen viel es mir wie Schuppen von den Augen. Pancakes sollten es werden und ich reservierte einen Tisch um 19 Uhr für 12 Leute im Pancakes on the Rocks am Darling Harbour. Um 18:30 machte ich mich auf den Weg und bin natürlich den anderen an der Town Hall in die Arme gelaufen. Also bin ich mit Christian, Thomas, Elisa, Jenny (Freundin von Elisa) und Julie zum Restaurant gelaufen. Vor Ort haben wir dann noch auf Nozomi, Niamph und Josh (hatte ich vor einer Woche im Gaff kennengelernt) gewartet. Paul und Katie saßen bereits am Tisch und Sam kam noch nach. Der Abend war wirklich sehr schön, das essen war wieder der Hammer und Niamph war an dem Abend unschlagbar, sie hat einen Spruch nach dem anderen gebracht. Das Tollste war, dass ich ein Gemeinschaftsgeschenk bekommen habe. Die meisten aus der Runde hatten zusammen gelegt und haben mir eine superschöne Kette mit einem Muschelanhänger geschenkt, den ich mit Julie am Samstag auf dem Markt entdeckt hatte. (Sie wollten mir eigentlich ein Buch kaufen, da ich schon seit geraumer Zeit auf der Suche war, aber weil ich mir ja an dem Tag selber eins gekauft hatte, mussten sie umdisponieren). Ich hab mich wirklich super gefreut. Dazu gab es einen kleinen Wombat, Schokolade, liebe Karten, eine Flasche Sekt und von Paul und Katie hab ich einen sehr schönen Dekoteller bekommen, der mich an Australien erinnern soll und jetzt seinen Platz auf meiner Fensterbank gefunden hat.

Nach dem Essen konnte man uns zwar fast aus dem Restaurant rauskugeln, aber die meisten sind dann noch auf ein paar Bier mit in die Star Bar. Ein wirklich schöner Abend.



Donnerstag war dann auch eher unspektakulär. Das Wetter war schlecht, ich hab gelesen, geschlafen, gegen 1 hab eich mich mit Sunil und Priah zum Mittag essen getroffen, die beiden habe ich mit Nicola an der East Coast kennengelernt und sie waren nun auch in Sydney angekommen. Den restlichen Tag habe ich mich dann auf meinen bevorstehenden Trip vorbereitet.