Freitag, 7. Dezember 2007

KW 47 (19.-24.11.)

Obwohl diese Woche immer noch sehr stark von der Wohnungssuche dominiert wurde (an dieser Stelle muss ich auch mal ganz dringend meine Arbeitskolleginnen bei Fairfax erwaehnen, die in diesem Punkt wirklich sehr suess und sehr besorgt um mich waren, bzw. mir zur Seite standen. Sie haben tatsaechlich auch selber im Internet nach Webseiten und nach Unterkuenften gesucht, haben saemtliche Freunde abgeklappert, haben mir Kontakte zu gesteckt und sassen sogar manchmal gemeinsam mit mir vor dem PC und haben mir mir die Anzeigen durchgearbeitet) und zusaezlich auch die Vorbeitungen fuer mein Personalgespräch anstanden, war die Woche doch ziemlich voll. (Einwurf zu meinem Praktikum: Wie bereits erwaehnt, ist das Praktikum wirklich weit weit unter meinem Niveau und auch bei weitem nicht das was ich fuer mein Pflichpraktikum bzw. meinen Bericht dafuer brauche. Ich verrichte Arbeiten, die ich diesem Masse noch nicht mal mit 19 in meinen ersten Praktikum bei Le Creuset zu erledigen hatte. Meine Hauptaufgaben bestehen darin, Exceltabellen abzugleichen, Kontaktdaten zu aktualiseren, Etiketten in Word zu erstellen, aber sage und schreibe mit der Funktion eines Sereinbriefes, diese dann auch auf Briefumschläge zu keben und den Inhalt einzutueteln, Büromaterial und Werbemittel zu ordnen, umzuräumen und zu beschriften.... ein Alptraum sag ich Euch! Das Bloede ist nur, dass Fairfax ja nach meiner ersten Woche in ein anderes Gebäude in einem anderen Stadtteil gezogen ist und ich dachte, dass es danach bestimmt besser werden wuerde und hab meinen Kolleginnen eine Schonfrist eingeräumt. Aber es wurde einfach nicht besser und hab mit Schrecken an meinen Praktikumsbericht gedacht. Ich stellte mir vor, wie ich dort beschreibe, dass ich nur Adressaufkleber erstellt habe und die auf Umschlaege geklebt habe. Zu dem Zeitpunkt habe ich mir auch ueberlegt, wie es zu dieser Situation gekommen ist und wurde dann auch immer veraergerter ueber meine Organisation, denen ich fuer ein unbezahltes Praktikum viel Geld hingelegt habe, weil ich dachte, dass ich dort in guten Haenden bin und mich an Profis gewendet habe. Leider hat die Organisaton absolut keine Vorarbeit geleistet. Die bieten hier in Australien einfach einen Praktikanten fuer lau an und da sagt ja wohl kaum einer nein. Leider sieht bei den Australieren ein Praktikum ganz anders aus. Es besteht hier mehr aus Beobachten und Arbeiten mit wenig Verantwortung. Nicht so wie in Deutschland, wo teilweise volle Arbeitsplätze bzw. Arbeitsfelder mit Praktikanten besetzt werden und dann verantwortliches Arbeiten in Projekten vorausgesetzt wird, genau das, was in unsere Praktikumsverordnung steht. Das alles wussten meine Kollegen leider nicht, waren somit auch ueberhaupt nicht auf mich vorbereitet und fielen aus allen Wolken als sie das von mir hoerten. Mit der Personaltante hab ich mich ja dann auch noch total in die Haare bekommen, weil ich auch noch Geld gefragt habe, nach dem sie mir Projektarbeit angeboten hatte, die sich mal kurz aus den Fingern gezogen hatte. Ich musst mir dan schlussendlich anhoeren, dass Fairfax, "das grosse Medienunternehmen", uns Praktikanten ja nur einen Gefallen damit tut uns aufzunehmen, die Praktikanten auch gar nicht bräuchte und ich mir ja bei Fairfax einen richtigen bezahlten Job bzw. mir ja auch einen Nebenjob oder Nachtarbeit suchen koenne.... ich war geplättet.. naja. Das kommt davon, wenn man Praktikanten fuer lau anbietet, die Unternehmen machen sich keine Gedanken, wie sie die Leute sinnvoll einsetzen koennten, da sie sie ja auch nichts kosten, der Praktikant ist unterfordert und unzufrieden und macht sich im schlimmsten Fall keinerei Mühe bei seiner Arbeit... ein Teufelskreis. Anders waere es, den Unternehmen gut ausgebildete Leute gegen eine angemessene Verguetung (kann sich ja auch nur um die Abdeckung des taeglichen Bedarfs, wie Wohnen und Essen, handeln) anzubieten, die Unternehmen muessten sich dann ueberlegen, wie sie die Person am besten einsetzen koennen, der Praktikant hat Spaß und vielleicht auch ein paar Erfolgserlebnisse und ist somit wahrscheinlich gut in seinem Job. Das waere dann ökonomisch ausgedrückt eine Win-Win-Situation... Naja, es kann halt nicht jeder effizient und ökonomisch denken bzw. handeln. Diese Gespräch hat übrigens am Montag drauf stattgefunden.)

Zurück zur Woche: Dienstag waren wir mal wieder im Kino in Lions for Lambs, Michas Wunsch. Fuer Elisa und mich war es etwas schwer zu verstehen, da es sich auch um ein politisches Thema handelt, aber schlecht war der Film nicht, war auch sehr gut besetzt. Muesste ihn glaub nur noch mal auf Deutsch sehen.

Mittwoch sind wir (Micha und ich) zum Sydney-Xing-Treffen gegangen. (Xing ist eine Network-Community für Leute im Arbeitsleben, Facebook bzw. Studivz für Grosse ;o) Ich kannte es von Christina aus Melbourne, die in Melbourne schon dort war und von Thomas aus meiner Sprachschule der das letzte mal dort war). Hauptziel war natuerlich ein paar Kontakte bzgl. Wohnungssuche zu finden und fuer mich auch nach einer Praktikumsalternative Ausschau zu halten. Die Leute waren fast alles Deutsche (es musste natürlich auch im Löwenbräu stattfinden, wo sonst ;o) und sehr gemischt von ihrer Art, Einstellung und Motivation. Man hat aber auch gemerkt, dass es in einem von der Heimat so weit entfernten Land weniger um den Aufbau der geschäftlichen als um den Aufbau sozialer Kontakte geht. Micha und ich haben uns ein bisschen unter die Leute gemischt und am Schluss kamen doch zwei ganz interessante Kontakte zustande. Zum einen war da der Andreas, der mir erzaehlte, dass in der Firma, wo er arbeiten wuerde eine Praktukantin im Marketing in zwei Wochen aufhoert und ich ja da mal anfragen koenne, er wollte mir den Kontakt per Email schicken und zum anderen Christian, der schon seit 8 Jahren nicht mehr in Deutschland war und nun auch schon die permanent Residenz für Australien erhalten hat.

Donnerstag war ich wie fast immer in der Cargo Bar. Musste aber leider aufgrund zweier Wohnungsbesichtigungen schon gegen halb 8 aufbrechen. Das erste war ein voller Reinfall, ungefähr so wir bei Pepe, nur noch schlimmer, es hat zusaetzlich gemüffelt und der Vermieter packte auf die Miete noch einen Christmas-Season-Aufschlag... und das zweite war in Bezug auf die Bude genauso erfolglos, weil es ein wirklich winziges Zimmer war (das wär ja noch okay gewesen) nur ohne Fenster...(!!!!) Ne, das konnte ich nicht machen, wobei ich mir ja langsam unsicher wurde, ob ich nicht vielleicht doch zu anspruchsvoll war....????!!! Aber dort hab ich Antje kennengelern (sie hat das Zimmer uebrigens genommen) und mit ihr bin ich den ganzen weg von Glebe in die Stadtmitte zurück gelaufen, eine echt nette und während unseres Gesprächs kam raus, dass sie vor einigen Monaten Micha in Cairns fuer einen Abend kennen gelernt hatte.... Sydney kann verdammt klein sein, sag ich Euch!

Freitag hab ich noch mal zwei Buden angeschaut, bei der ersten war mal wieder die Vermieterin verhindert und somit traf ich auf ein deutsches Maedel, das mir sein Zimmer zeigte (gleiche Groesse nur einen Stock höher) und mich herum führte. Dabei sind wir natürlich auch ins Gespräch gekommen und nachdem sie mir ihre Emailadresse aufgrund eines moeglichen Praktikums in derFirma, wo sie bald aufhoernen wollte, gegeben hatte, wurde mir klar, dass sie das Maedel sein musste, von dem mir Andi erzaehlt hatte.... es wurde langsam unheimlich!!!! Okay, wir haben dann ausgemacht, dass ich ihr meinen Lebenslauf schicken wuerde.

Danach die Wohnung war in einem Hochhaus, hat mich auch nicht so angemacht und die Typen davon haben sich auch nie wieder gemeldet. Da das aber in der Nähe war, wo Elisa wohnt, hatten wir ausgemacht, dass ich bei Ihr vorbei komme, mir ihre neue WG anschaue und wir dann noch losziehen. Schlussendlich haben wir viel gequatscht und waren in einem schoenen Pub in The Rocks mit Live-Musik. Dort habe ich dann auch Heide kennen gelernt, die jetzt auch häufiger mitkommt. Bin dann bald heim, da mich die Woche doch ziemlich geschlaucht hatte. Die Maedels sind dann glaub noch ins Gaff.

Samstag war schlechtes Wetter, aber da ich um 12 Uhr und um 4 Uhr Besichtungstermine hatte, musste ich leider raus und mich auf den Weg machen. Der Weg nach Glebe war mal wieder umsonst, da das Zimmer schon weg war, hatten mir anscheinend gesmst, aber ich hab natuerlich nichts bekommen. Dann war die Frage, wie ich die Zeit bis zu meinem nächsten Termin um vier rumbringen koennte. Also bin ich auf dem Weg zurück in die Stadt ins Broadway-Einkaufscentre gegangen, hab dort gebummelt und war endlich beim Friseur, was auch schon lang mal faellig war (22$). (Haare schneiden ist hier nicht ganz billig und es gibt halt auch in diesem Gewerbe tausend Läden, die von Asiaten betrieben werden. Kann mir nicht vorstellen, dass die mit meinem weichen, duennen Haar zurecht kommen ;o).

Naja, als die Zeit dann rumgebracht hatte hab ich mir die Wohnung, die wirklich zentraler als zentral in der Goerge Street nicht liegen hätte koennen, angeschaut. Den Kontakt hatte ich übrigens über Studivz. In meiner Verzweiflung hab ich auf saemtlichen Webseiten gepostet, dass ich eine Unterkunft suche und bei Studivz hat sich dann ziemlich prompt Lea gemeldet, dass bei ihr in der Wohnung was frei werden wuerde. Es handelte sich um eine Massionettenwohnung in einem Hochhaus. Endlich mal eine Bude, die geschmackvoll eingerichtet war, sauber war und ich fast alle Mitbewohner auf Anhieb kennen gelernt habe (Lea stand in der Kueche). Die Nachteile bestanden aber darin, dass ich zu dritt im Zimmer sein wuerde (Lea, eine Thailänderin und ich), es kein Festetz gab und die Miete dafür mit 150$ die Woche sehr hoch schien (das sind dann 100 € mehr im Monat als ich Berlin zahle). Also musste ich noch ein paar Nächste drüber schlafen.

Zuhause wieder angekommen, hab ich für Micha und mich meine legendäre Thunfisch-Thomaten-Sahne-Pasta gemacht, die ich schon seit einer Woche machen wollte und wegen der unzureichend ausgestatteten, dreckigen Küche nie getraut habe zu machen. War das lecker und hat das gut getan!

Abends waren wir dann mit Elisa, Heide, Laura (beide letzteren sind Au-Pairs und Bekannte von Elisa) und Christian verabredet. Zuerst waren wir zum Freibier wieder im Gaff, danach im Arq und zwischendrin mal im Stonewall (beides Gay-Schuppen, auf Empfehlung von Christian). Das alles ist gleich bei uns um die Ecke. Aber die Läeden hatten es echt in sich. Das Arq erinnerte mich an alte Zeiten an manch Grossraumdisko um Raum Stuttgart und gegen Ende war es echt heftig, da die Tanzfäche richtig voll war, aber natuerlich fast nur schwule Typen, die dann nach und nach ihre T-Shirts ausgezogen haben. War ein komisches Gefühl, so viele nackte Maenner um einen rum, die einen noch nicht mal anschauen... aber war auch entspannt, nicht die ganze Zeit angemacht zu werden. Ich versteh nur nicht so ganz warum Micha sein T-Shirt anbehalten hat... ;o)))))))))))
Das Stonewall war etwas unterhalsamer, im Ergeschoss tanzten ein paar Juenglinge auf der Bar. im 2. Stock durften wir einem Auftritt einer Dragqueen beiwohnen und die zwei Jungs von unten hatten sich in sexy neonfarbene Outfits geworfen... sehr lustig!!!!!!!! Nach dem die Maedels nach einander alle heim mussten haben auch wir drei (Micha, Christian und ich) auch den Heimweg angetreten.






2 Kommentare:

Judith hat gesagt…

puh, da haste aber gaaaanz schön getextet ;) und als entschädigung dann ganz unten nackte männerkörper... na ja :P

steffi-downunder hat gesagt…

Naja, es gibt eben viel zu erzaehlen und es gibt noch mehr, hink ja ganz schon hinter her...

Und was heisst hier denn naja...
okay, sie sind schwul, aber immerhin ;o)