Montag, 6. Oktober 2008

Melbourne - Erstes Wochenende

Nach einer herrlichen Nacht im Gästezimmer ging es mit Christina und Sascha auch schon los zu ihrem Samstagmorgenritual. Das war nämlich gemütliches Frühstücken im Stadtteil Williamstown, wo die beiden auch wohnten. Aber es war kein gewöhnliches Frühstück, zumindest nicht so wie wir Deutschen uns das vorstellen, nein, die beiden bevorzugten Eggs Benedict und das musste ich natürlich auch probieren. Ich kannte dieses Gericht noch nicht und hatte es auch noch nicht wirklich in Sydney wahrgenommen, aber wenn man die Augen aufmacht, ist es doch auf vielen Speisekarten vorhanden. Eggs Benedict sind pochierte Eier mit Schinken auf einem Toast oder englischen Muffin und einer Sauce Hollandaise obendrauf. Sehr gehaltvoll, aber auch sehr lecker. Nach dem tollen Tageseinstieg sind Christina und ich in die Stadt gefahren und sie hat mir ein wenig die Stadt gezeigt und zum Mittag gabs ne Pizza auf die Hand. Noch in Sydney hat sich im Gespräch mit Niamph (meine ehem. irische Mitbewohnerin aus der WG) rausgestellt, dass sie zufälligerweise auch an diesem Wochenende in Melbourne sein wird und wir uns ja vielleicht auf nen Kaffee dort treffen könnten. Aber es kam alles anders. Zu dem Zeitpunkt fand in Melbourne das Melbourne Comedy Festival statt und sie wollte sich eine Show eines irischen Comedian anschauen. Als ich mit Christina in der Stadt unterwegs war, rief Niamph an und verkündete, dass ihre Begleitung für den Abend ausfallen würde und ob ich Lust hätte, sie zu der Show zu begleiten. Ich bräuchte ihr auch nichts zahlen, dass wär dann ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk. Trotz meiner Bedenken, dass ich vielleicht nicht viel von Show verstehen würde freute ich mich über diesen Zufall wie ein Schneekönig, denn Christina hatte mir am Abend zuvor leider schon eröffnet, dass sie Samstagabend mit einem Kunden von Sascha essen gehen müssten. Deshalb sind wir auch zeitig so gegen halb 5 zurück nach Williamstwon. Aber so war ja alles geritzt und es kam noch besser. Christina und Sascha konnten mich mitnehmen und setzten mich auf dem Weg zum Kunden in der Stadt ab. Um 6 hab ich mit Niamph getroffen und wir sind dann noch ein bisschen durch die Stadt gelaufen. Da wir noch einige Zeit hatten bis es los ging, haben wir uns entschieden noch richtig schön in Chinatown essen zu gehen, es uns gut gehen zu lassen und den netten Abend somit etwas zu feiern. Wir bestellten Nasi Goreng, eine Flasche Rotwein und haben uns eine gebackene Banane zum Nachtisch geteilt. Für Niamph war es was noch was ganz Besonderes, mich nicht in der gewohnten Umgebung zu treffen. Die Vorstellung begann um 21:30. Der Comedian hieß Jason Byrne und Niamph erwähnte einige Male, das wir ja nicht zu spät kommen dürften. Als die Show dann losging, wusste ich warum: Jeder der zu spät kam, bekam sein Fett ab und wurde aufs Korn genommen. Der Einbezug des Publikums war fester Bestandteil seiner Show und zog sich durch das ganze Programm durch. Darüber hinaus machte er sich lustig über die Unterschiede zwischen dem British und Australian English und generell war natürlich auch sein irischer Dialekt ein ständiger Gag. Für mich als nicht Muttersprachler war es schon witzig, wie er "fucking" aussprach, was er in jedem zweiten Satz verwendete. Das "u" sprach er nicht als a sondern als u aus. Wie gesagt, ich fand allein das schon witzig ;o) Ich hab das Programm wirklich genossen, es war witzig, ich habe überraschender Weise viel verstanden und somit viel gelacht. Glücklicherweise fuhren Christina und Sascha auch zu genau der richtigen Zeit wieder zurück, konnten mich somit aufsammeln und ich kam nochmals um die umständliche Zugfahrt herum.
Alles in allem war das echt ein gelungener Abend, den wir beide sehr genossen haben.

Am nächsten Tag begann der Tag auch wieder sehr entspannt mit einem tollen Frühstück, diesmal aber etwas gewöhnlicher am Esstisch bei den beiden daheim. Danach lief Christina mit mir ans Meer, das nur ungefähr 500 Meter auf der anderen Straßenseite entfernt war. Sie ging joggen, ich spazieren und sie sammelte mich auf dem Rückweg wieder ein. Hier habe ich zum ersten Mal in meinem Leben schwarze Schwäne gesehen. Nachmittags stand eine Putzmittelparty von der Ehefrau eines befreundeten Arbeitskollegen an. Es war nett, aber natürlich nicht überaus spannend. Für mich wars einfach nur interessant in einen australischen Haushalt Einblick zu gewinnen und darüber hinaus war es eine nette Geste Christina zu begleiten. Das Wichtigste allerdings, was ich (und auch Christina) an dem Tag von der Gastgeberin gelernt habe war, dass man den Begriff "Ayers Rock" (oder nun auch wieder Uluru - der Steinbrocken in mitten des Outbacks) nicht mit einem "Ei"-Laut am Beginn des Wortes ausspricht sondern mit einem "Ey"-Laut, wie beispielsweise "Air", aber ich glaube das machen fast alle Deutschen falsch.





Als wir wieder heim kamen, hatte Sascha schon lecker gekocht: Pasta mit Ente und danach haben wir gemütlich fern geschaut.

3 Kommentare:

Judith hat gesagt…

schon wahnsinn, dass du dich noch so genau an alles erinnern kannst... mir fällt ja schon manchmal nicht mehr ein, was ich vor einer woche gemacht habe ;)

aber das frühstücksei hört sich wirklich interessant an! hast du kein foto gemacht? :P

steffi-downunder hat gesagt…

Das meinte mein Dad heute auch, aber ich hab natürlich immer schön Tagebuch geführt, zwar in Stichwörtern und nicht wirklich zeigbar, aber zum Rekonstruieren reicht es alle mal ;o)

Ich hab manchmal einfach vergessen, die Kamera rauszuholen, aber ich verlink es mal auf ein Bild... sorry dafür :o) Du bist ja dies bezüglich vorbildlich!

Judith hat gesagt…

ah so, du hast also quasi einen spicker ;) na dann...