Sonntag, 13. Januar 2008

Zwischen den Jahren und Silvester 2007

Donnerstag war das Wetter wieder etwas schlechter und somit war ich nicht wirklich motiviert für den Coast Walk um Watsons Bay. Allerdings hatte Lea die Idee sich die Oper auch von innen anzusehen und da mir das auf meiner langen To-Do-Liste auch noch fehlte fand ich das ne ganz gute Idee bei dem Wetter und schloss mich an. Davor haben wir uns am Circular Quay noch ne Eisschokolade gegönnt und sind dann weiter zur Oper. Die Führung war nicht schlecht und ganz interessant gestaltet. Die Entstehungsgeschichte ist ja auch nicht grad uninteressant, da lang nicht wirklich klar war, wie die Formen architektonisch verwirklicht werden konnten und erst wirklich im letzten Moment eine ziemlich simple Lösung gefunden wurde. Allerdings wurde trotz dieses Durchbruchs der Architekt Jörn Utzon von den Stadtoberhäuptern aufgrund der Verzögerung und der enormen Kosten für den Bau sehr in die Mangel genommen, bis er vor der Fertigstellung das Land verließ und auch bis heute nie wieder einen Fuß auf Australiens Boden gesetzt und sein Kunstwerk somit nie vor Ort in voller Pracht gesehen hat. Leider durfte man die Säle an sich nicht fotografieren. Aber das ganze Gebäude hat mich einrichtungstechnisch doch schwer an die 80er erinnert und ich fühlte mich ein wenig in meine Kindheit zurückversetzt. Lila Teppich, weißer Kunststoff und die eckige Formen, die damals aktuell waren dominieren immer noch das ganze Gebäude, sehr gewöhnungsbedürftig. Hier ein paar Eindrücke….






Abends sind wir (Elisa, Hanna, Kris, Kerstin, Christian, Kevin, Robert) wieder in die Cargo Bar und ich bin noch kurz mit ins La Cita ein paar Häuser weiter. Aber da das sehr salsalastig war, bin ich dann heim und hab noch kurz meine Einkäufe bei Coles erledigt.


Freitag war wieder richtiges gutes Wetter und nun war es Zeit für einen reinen Steffitag und den Walk um Watsons Bay. Denn ich hatte absolut keine Lust irgendjemanden mitzunehmen, mich auf jemanden einzustellen, Kompromisse schließen zu müssen oder sonst irgendwas. Zur Erklärung, da ich das bisher noch gar nicht so erwähnt hatte: In den letzten Wochen habe ich mich hier zum Leittier und zum Gruppenguide entwickelt und das ging mir langsam merklich auf die Nerven und sogar an die Substanz. Ich fühlte mich als Dreh- und Angelpunkt. Ich war diejenige, die alles geplant und organisiert, die ganze Gruppe zusammen gehalten und alle informiert hat, ich war für jeden Ansprechpartner wenn es Fragen gab, wenn sich jemand verspätete, wenn nicht klar wo man sich trifft und, und, und…. Am Anfang hat mir das auch noch Spaß gemacht, ich möchte ja auch gern immer alle dabei haben und so war ich mir ja auch sicher, dass alles klappen würde, die Pläne einigermaßen Hand und Fuß hatten und auch eingehalten wurden. Aber allmählich merkte ich, dass mir das zu viel wurde und ich keine Lust hatte, dass jedes Mal, wenn es wieder soweit war eine Entscheidung zu treffen, alle Augen auf mich gerichtet waren, dass ich ständig zwischen den verschiedenen Gruppen vermitteln musste, ständig auf jemand gewartet werden musste und obendrein war natürlich mein Handyguthaben regelmäßig nach weniger als einer Woche erschöpft. So ging es nicht weiter, der zweite Weihnachtsfeiertag war auch nicht so einfach zu organisieren und deshalb brauchte ich einen Tag für mich und da war dieser Walk genau das richtige. Natürlich hab ich genau an dem Tag verschlafen – an den anderen Tagen war ich natürlich immer zu früh aufgewacht -und so war ich erst gegen 12 am Startpunkt des Walks. Da ich mir aber nicht sicher war, ob ich richtig war, habe ich ein paar Passanten gefragt und die haben mir gleich noch einen zweiten Walk gezeigt und mir das dazugehörige Infomaterial in die Hand gedrückt, der aber leider in der anderen Richtung lag. Also lief ich ein paar 100 Meter in die andere Richtung. Der Walk war neu angelegt und war auch nicht schlecht, aber da ich es hasse einen Weg doppelt zu laufen, was ich ja so hätte machen müssen, hab ich dort nur mal für ne halbe Stunde die Ruhe und die Aussicht aufs offene Meer genossen und hab dann meinen eigentlichen Plan verfolgt. Nach einigen Kilometern, nach unzähligen Bildern und ca. 4 Stunden später bin ich dann am South Head (an dem wir das Sydney to Hobart Yacht Race beobachtet hatten) angekommen und hab mich dort auf die Steine an der Steilküste gelegt und hab einfach nur relaxed. Da ich ja im Hinterkopf hatte, mir den Sonnenuntergang anzuschauen und nun aufgrund langwieriger Versuche auch etwas bessere Ergebnisse bei meinen Digitalbildern erzielte (ich war ja einige Tage sehr frustriert über meine Canon Ixus, da sie nicht wie andere vergleichbare Kameras über eine Sonnenuntergangsfunktion etc. verfügt und ich auch schon nahe dran war eine neue zu kaufen) verbrachte ich wartend auf einer Bank mit Blick auf die Skyline von Sydney und nutzte die Zeit Tina in Deutschland zum Geburtstag zu gratulieren und sie über die letzten Ereignisse zu informieren. Die Bilder vom darauf folgenden Sonnenuntergang können sich sehen lassen und ich fuhr zufrieden zurück in die Stadt. Da Antje eigentlich noch mal ein BBQ veranstalten wurde und das aber leider nicht geklappt hatte, hat Micha alle zu einem gemütlichen Sit-in nach Kirribilli in seinen Vorgarten eingeladen. Leider war ich ziemlich frustriert, dass er mir nicht mitteilte, dass die Busse nicht fahren, mir im Voraus nicht genau erklärte, wie ich dort hin finde und es vor Ort dann auch noch schwierig war jemanden zu erreichen, dass ich doch ziemlich gereizt und mit sehr schlechter Laune dort ankam. Schlussendlich hatte es sich für mich nicht wirklich gelohnt dort hinzugehen und da ich für Samstag schon ziemlich viele Pläne hatte, bin ich nach ner Weile wieder heim. Zu allem Überdruss musste ich feststellen, dass ich einen ganzen Part der Bilder des Tages in einer seltsamen Einstellung fotografiert haben muss (ich konnte leider nicht zurückverfolgen, welche Einstellung es war), aber nun sind einige Bilder sehr blaustichtig…. Hmpf!








Samstag morgen war ich für neun schon mit Elisa, ihrer Schwester Hanna und deren Freund Kris für den Glebe Market verabredet und da ich schon sehr früh wach war und noch einige Sachen von den BBQs der Vortage übrig hatte, hab ich mir sogar vorher noch was zum Mitnehmen gekocht. Der Markt war echt schön und nach dem, was ich bisher alles gehört hatte, muss dieser der beste sein. An Klamotten gibt es gleichermaßen Auswahl für Männlein und Weiblein, es gibt viel Schmuck, aber auch mal was Außergewöhnliches und alles zu erschwinglichen Preisen. Diesmal hab ich zugeschlagen und hab ein richtig schönes Kleid für 20$ und zwei T-Shirts für zusammen 45$ erstanden. Danach war ich mit Lilli am Bondi Beach verabredet, das haben wir so richtig genossen und sogar eine recht tolle Planung für Silvester hinbekommen. Da das nämlich bis zu diesem Zeitpunkt auch immer noch nicht in trockenen Tüchern war, haben wir einfach beschlossen Nägel mit Köpfen zu machen. Das größte Problem dabei war, dass wir schon seit Tagen bzw. Wochen auf der Suche nach dem richtigen Spot suchten um eine gute Sicht auf das Feuerwerk zu haben. Allerdings war hier das Problem, dass wir an allen öffentlich zugänglichen Orten mindestens 13 Stunden vorher da sein mussten. Also entschieden wir uns für den Spot in Kirrbilli, der schon seit langem im Gespräch war und haben die Leute in 3-stündige Schichten aufgeteilt, so dass keiner den ganzen Tag dort am Stück verbringen musste. Zusätzlich haben wir festgelegt, wer was mitbringen sollte. Wir waren recht stolz auf unseren Plan und zuhause wurde er gleich an alle per Mail kommuniziert. Abends war ich mit Elisa und Co im Gaff, doch seit einigen Stunden plagten mich Durchfall und starke Bauchkrämpfe und so entschied ich, dass es besser war nach Hause zu gehen. Am Sonntag hab ich mich mit Kerstin im Royal Botanic Garden getroffen und endlich ein paar Bilder mit den Kakadus gemacht. Danach sind wir nach für ein paar Stunden nach Manly und haben am Strand relaxed.






Für Abends stand der Sydney Tower auf dem Programm. Es gibt da mehrere Möglichkeiten den Ausblick zu genießen. Entweder als normaler Touri hochgehen und ca. 25$ zahlen, den Skywalk außen am Tower entlang machen, der ca. 65$ kostet oder in die Bar gehen, den Mindestverzehr von 20 $ zu zahlen und dafür beispielsweise 2 Sekt zu bekommen. Natürlich die günstigste Variante, die dann auch noch echt ein nettes Ambiente bietet und durch das sich drehende Restaurant auch innerhalb einer Stunde den Blick auf die ganze Stadt gewährleistet. Da wir aber an dem Tag schon etwas spät dran waren und es in der Bar auch keinen Platz mehr gab, haben wir für den 2. Januar reserviert, sind dann zur Happy-Hour in die Sharkbar ein paar Straßen weiter und haben (Elisa, Hanna, Kris, Kerstin und ich) noch Billard gespielt. Ein sehr schöner Tages-Ausklang.





Montag war also Silvester und da ich mich selber mit Lena in die erste Schicht eingeteilt habe und somit Teil des Erkundungstrupps war, stand ich um 11 Uhr in Kirribilli bei Lena vor der Tür. Wir machten uns gleich los und waren doch ziemlich erschrocken und frustriert, dass wir bereits jetzt schon zu spät dran waren und unser ausgewählter Spot und auch eigentlich wirklich alle guten Plätze schon besetzt waren. Unglaublich! Teilweise waren die mit Kind und Kegel gekommen, hatten Decken ausgebreitet, Pavillons aufgestellt und sogar Hängematten aufgehängt. Die müssen da entweder bereits übernachtet oder schon seit 8 Uhr dagesessen haben…. Mist! Aber nach ein paar Minuten haben wir noch einen ganz annehmbaren Platz gefunden, er war zwar ein wenig schwierig zu erreichen, da er auf einem Art Betonvorsprung hinter einer kleinen Holzbrücke gelegen war, hatte aber dadurch den Vorteil, dass wir von anderen Leuten nicht bedrängt wurden. An den anderen Stellen wuchsen die belagerten Stellen immer mehr zusammen, auf die kleinsten freien Plätze quetschten sich die Leute zwischen den teils abgesteckten (!!) Plätzen der anderen. Auch wir mussten trotzdem noch eifrig jeden Zentimeter unseres Plätzchens verteidigen und jedes Mal erklärend erwähnen, dass noch mindestens 10 Leute kommen. Elisa hat uns um zwei abgelöst und ich habe die Zeit bis ich gegen sieben wieder zurück sein wollte damit genutzt, einen weiteren To-Do-Punkt auf meiner Liste abzuhaken und bin über die Harbour Bridge zurück in die Stadt gelaufen. Das Wetter war einfach herrlich und hier hatte ich das seltene bewusste Gefühl in einer der schönsten Städte der Welt sein, dass heute Silvester sein wird und ich das in der Millionenstadt Sydney auf der anderen Seite der Erdkugel erleben werde…










Um sieben sammelte ich die beiden Nozomis auf und wieder ging es nach Kirribilli. Zwischen drin hatten mich natürlich noch ein paar Anrufe der anderen Schichten erreicht, da leider zwischenzeitlich durch seltsame Umstände (Taschenkontrollen) es uns nicht möglich war Alkohol zu unserem Platz zu befördern. Aber in Kirribilli angekommen, sind wir gleich Micha in die Arme gelaufen, der sich dem Problem angenommen hatte und einen Plan ausgeheckt hatte. Ich hab ihm geholfen und als ich an unserem Platz angekommen war hatte sich unser Platz doch schon ziemlich gefüllt und der Rest der Gegend hat nur so gewimmelt von Leuten. Nach und nach sind alle eingetrudelt und ich konnte noch wunderschöne Sonnenuntergangsbilder mit der Bridge im Vordergrund machen. Um neun stand das Kinderfeuerwerk an (ja, das gibt es in Sydney, ist das nicht süß?), aber leider fand ich das nicht so berauschend, war fast etwas enttäuscht, aber es stand ja noch das große aus. Die Zwischenzeit saßen wir da, haben getrunken, geredet, gegessen und ich hab es einfach genossen, dass wirklich fast alle, die ich kannte, da waren und auch glaub alle ein tolle Zeit hatten (Elisa, Hanna, Kris, Hostelmitbewohner, Lilli, Heide, Laura und ihr Freund, Micha, Lena, die zwei Nozomis, Kerstin, Antje, Michi - ihr Bruder, Michaela und ich). Dann kam das Feuerwerk und ich muss ehrlich sagen, ich war etwas enttäuscht und auch einige Australier sagen, dass es die letzten Jahre besser war, obwohl es hieß, dass dieses Feuerwerk alle vorigen übertreffen solle. Naja, für mich war es einfach nicht kraftvoll genug und bin von anderen in Events in Deutschland einfach etwas verwöhnt. Sogar das Feuerwerk zum Idols Final empfand ich als kompakter, imposanter und schöner. Da allerdings links und rechts von uns ein Feuerwerk war, wusste ich nie wohin ich schauen sollte, teilweise war es fast wie unterbrochen und 12 Minuten fand ich jetzt auch nicht unbedingt extrem lang. Das einzige was für mich so ein kleiner Aha-Effekt war, dass auch von den Dächern der Türme gegenüber von uns kleine Feuerfontänen in die Luft geschossen wurden, wobei die letzten Sekunden dann auch noch recht imposant waren. Danach hat sich der ganze Menschenauflauf ziemlich schnell aufgelöst und auch unsere Gruppe war bis um 2 bis auf Elisa, Hanna, Kris und mich geschrumpft. Trotzdem zufrieden und müde sind wir im neuen Jahr zusammen zurück in die Stadt gefahren.







Entgegen aller Erwartungen war für mich nicht das Feuerwerk das High-Light des Tages, sondern der Walk über die Brücke, der Sonnenuntergang und dass wir alle zusammen waren! In diesem Sinne: Euch allen alles, alles Gute fürs Neue Jahr in der Hoffung, dass Ihr auch so schön reingerutscht seid wie wir!



Zuhause habe ich dann doch noch Lea das letzte Mal gesehen, es war ihr letzter Tag in Sydney und nun wartete sie mit ihrer Tante darauf, dass die Züge wieder fahren um den Flieger für ihre letzten Abstecher in Australien zu bekommen. Jetzt müsste sie nach einem Jahr in Down Under nun wieder im kalten Berlin sein… man sieht sich bestimmt!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Deine Aufnahmen von der Brücke sind berauschend schön - ich kann Deine Gefühle verstehen.

Deine Eva